Im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung wählte das Land Tirol
unter mehreren Bewerbern das Angebot der R & S Group für die
Regeltechnik der beiden Verwaltungsgebäude aus. "Unser System
musste hocheffizient und dabei nachhaltig und kosteneffektiv sein",
so Gerhard Scharl, Leiter Regeltechnik bei der R & S Group.
"Neben dem Preis, konnten wir mit einem an die Gebäudeanforderungen
optimal angepassten, aber einfach zu bedienenden System und einem
zuverlässigen Kundendienstmanagement überzeugen."
Als Partnerunternehmen setzt die R & S Group bei ihren
Lösungen auf die Gebäude- und Prozessverwaltungssysteme der Firma
Priva Building Intelligence. Scharl dazu: "Jedes Gebäude stellt
andere Anforderungen an die Gebäudetechnik, wir verwenden in
unseren Anlagen die bewährten und kostengünstigen Standardprodukte
von Priva und liefern damit optimal an die jeweiligen Gebäude
angepasste Systeme." In Bezug auf das Landhaus 2 erläutert Scharl:
"Unsere Lösung für die Gebäudeleittechnik und Gebäudeautomation
umfasst die gesamte Klimakontrolle, besonders auch in den
Serverräumen, und bei der Beleuchtung. Jeder Raum ist einzeln
regelbar, dabei wird der optimale Anlagenbetrieb über eine
rechnergesteuerte Oberfläche gewährleistet, über die auch die
Störungsüberwachung erfolgt." Die Einzelraumregler, die Controller
und besonders das Betriebssystem für die Gebäudesoftware stammen
von Priva. "Unsere Software für die Regelung und Steuerung des
Gebäudes baut auf diesem System auf - Modifikationen sind dafür
nicht nötig", sagt Scharl. "Durch die Kombination des
Betriebssystems mit der Funktionalität unserer Software steht eine
in ihrem Anwendungsbereich komplexe und einfach zu bedienende
Lösung zur Verfügung", meint Scharl. "Das System ist von jedem
beliebigen PC aus steuerbar, wobei es einen zentralen Computer
gibt, an dem größere Eingriffe vorgenommen werden können. Für die
Mitarbeiter ist eine Schulung von ein bis zwei Tagen ausreichend.
Im Notfall kann man immer auf unseren Kundendienst
zurückgreifen."
Nachhaltigkeit durch natürliche Energiequellen und
einfache Technologien
Das Thema Nachhaltigkeit, also Energieeinsparung und die
Verwendung von erneuerbaren Energiequellen, standen bei der
Konzeption im Vordergrund. Fernwärme und Gas-Brennwerttechnik
dienen der Beheizung des Gebäudes. Durch Kühl-Heizdeckensysteme,
Fußbodenheizungen und Betonkernaktivierung in Verbindung mit
Lüftungsanlagen wird die Energie effizient und wirtschaftlich
genutzt. Helle Atrien bringen nicht nur Licht in das Gebäude,
sondern unterstützen ein natürliches Raumklima, indem sie im Winter
für Wärme und im Sommer für Kühlung sorgen. "Im Landhaus 2 befindet
sich das gesamte Rechenzentrum des Landes Tirol", sagt Scharl, "für
die Temperierung der Serverräume nutzen wir keine energieintensiven
Kältemaschinen, sondern entnehmen dem Grundwasser über einen
Brunnen mithilfe von Wärmetauschern die nötige Kühlenergie, über
einen anderen Brunnen führen wir das warme Wasser wieder ab." Laut
Scharl wird damit eine 400fache Stromersparnis gegenüber
herkömmlichen Lösungen erreicht.
Dieses Projekt demonstriert, dass Nachhaltigkeit nicht teurer
sein muss als konventionelle Energienutzung. Die Nutzung einfacher
Technologien, wie etwa Fernwärme oder Brunnenkühlung, ist weniger
anfällig und spart dadurch Wartungs- und Instandhaltungskosten
sowie teure Betriebsmittel gegenüber komplexen und
energieintensiven Systemen, wie etwa Kältemaschinen. In den
Lüftungsanlagen arbeiten doppelt angeordnete
Kreuzstromwärmetauscher, die sich ebenfalls durch
Wartungsfreundlichkeit auszeichnen, aber auch über einen sehr hohen
Wirkungsgrad verfügen. Insgesamt wurde Wert auf einen niedrigen
Energieverbrauch gelegt, was durch das Zusammenspiel von
Gebäudetechnik und Architektur in besonderer Weise unterstützt
wird: Alle Büro- und Seminarräume sind um die großen und hellen
Atrien angeordnet, sodass neben der Luftqualität auch das
persönliche Wohlbefinden der Mitarbeiter gesteigert wird.
Im Fokus steht der Mensch
Im Zentrum dieser ganzheitlichen und nachhaltigen Lösung stehen
die Bedürfnisse des einzelnen Menschen. Die Temperatur lässt sich
in den Büros aufgrund der Einzelraumlösung nicht nur individuell
anpassen, sondern Fußbodenheizungen und Heiz-Kühldecken sorgen
außerdem für ausgeglichene Temperaturverhältnisse und Zugfreiheit.
Das gilt auch für größere Räume und Gänge, wo das Klima durch
Lüftungsanlagen erzeugt wird. Scharl sagt: "Die Resonanz der Nutzer
ist absolut positiv." Dabei ist das System in Hinblick auf seine
Funktionalität vollständig flexibel: Im Landhaus 2 wurde bereits
beim Bau darauf geachtet, dass eine Änderung der Raumaufteilung
jederzeit möglich ist. Softwareseitig wird dies durch die
Priva-Einzelraumregelung unterstützt, wodurch beispielsweise aus
zwei oder mehr Büros ein Raum gestaltet und klimatisiert werden
kann. Dabei ist eine offene Kommunikation über genormte
Schnittstellen zu den diversen Fremdsystemen vor Ort gewährleistet,
wie etwa der Brandmeldeanlage, dem Zutrittskontrollsystem oder der
Serverraumanlage mit dem Argonlöschsystem. Alle diese speziellen
Systeme sind an die Gebäudeleittechnik angeschlossen, so dass
technisch gesehen eine einheitliche Lösung entstanden ist. Die
Nutzer profitieren dabei von der von der R & S Group
umgesetzten flexiblen Standard-Lösung von Priva, dem durchgängigen
und einheitlichen System und den Kostenvorteilen, die damit
verbunden sind. "Die Nutzer sind begeistert von der
übersichtlichen, klaren und einfachen Bedienung", sagt Scharl.
"Unser System sorgt für einen effizienten Energieeinsatz, dort wo
sie gebraucht wird", fügt er hinzu. Für die beteiligten Firmen und
das Land Tirol ist es ein Vorzeigeprojekt, bei dem moderne
Architektur, hohe Funktionalität, geringe Kosten, nachhaltige
Technologien und das Wohlbefinden der Mitarbeiter miteinander
vereint wurden.